Bürobegrünung innen und außen: Pflanzen für gesündere und ruhigere Arbeitswelten
Pflanzen im Büro gelten oft als reine Dekoration. Tatsächlich beeinflussen sie Raumklima, Akustik und Wohlbefinden und damit auch die Arbeitsqualität.
Bürobegrünung bezeichnet die gezielte Integration von Pflanzen in Innen- und Außenbereiche eines Unternehmens – vom Schreibtisch über Raumteiler bis zur Fassade. Im Fokus steht die Auswahl geeigneter Pflanzen, ihre Wirkung und ihre langfristige Pflege.
Warum Bürobegrünung wirkt: Luft, Akustik und Wohlbefinden
Die Wirkung von Pflanzen im Büro zeigt sich auf drei Ebenen: Raumklima, Akustik und Wohlbefinden. Beim Raumklima geben Pflanzen über ihre Blätter Feuchtigkeit ab und können trockene Büroluft etwas ausgleichen. Die häufig zitierte Luftreinigung lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres auf reale Büros übertragen. Für einen messbaren Effekt wäre eine sehr hohe Pflanzendichte nötig – regelmäßiges Lüften bleibt entscheidend.
Begrünung im Innenraum: vom Schreibtisch bis zur Wand
Im Innenraum lässt sich Begrünung auf verschiedenen Ebenen umsetzen.
Schreibtisch und Fläche
Kleine Tischpflanzen sind der einfachste Einstieg. Sie benötigen wenig Platz und lassen sich flexibel anordnen oder austauschen. Pflanzgefäße auf Sideboards oder Fensterbänken ergänzen das Gesamtbild.
Raumteiler und Pflanzkübel
Bepflanzte Raumteiler gliedern offene Flächen, schaffen visuelle Struktur und verbessern gleichzeitig die Akustik. Mobile Pflanzkübel erhalten die Flexibilität der Raumaufteilung.
Vertikale Begrünung
Pflanzen- und Mooswände bieten eine große Wirkfläche auf kleinem Raum. Sie eignen sich besonders für Empfangs- oder Besprechungsbereiche, erfordern aber eine sorgfältige Planung von Gewicht, Bewässerung und Licht.
Pflanzen nach Standort wählen: Licht, Pflege und Robustheit
Die Wahl der richtigen Pflanze entscheidet über den langfristigen Erfolg der Begrünung.
Pflanzen für wenig Licht
Für fensterferne Bereiche eignen sich robuste Arten wie Bogenhanf, Glücksfeder und Efeutute. Sie kommen mit wenig Tageslicht aus und sind pflegeleicht.
Pflegeleichte Pflanzen
Arten mit geringem Wasserbedarf und widerstandsfähigen Blättern eignen sich besonders für Büros ohne feste Pflegeverantwortung
Pflanzen für ein angenehmes Raumklima
Arten wie Grünlilie oder Einblatt tragen zur Luftfeuchtigkeit bei und verbessern das Raumgefühl, auch wenn ihre Wirkung auf Schadstoffe begrenzt ist.
Echte oder künstliche Pflanzen
Echte Pflanzen wirken auf Klima, Akustik und Wohlbefinden. Künstliche oder konservierte Pflanzen sind dort sinnvoll, wo Licht oder Pflege fehlen. Sie bieten gestalterische Wirkung, aber keine biologische Funktion.
Hydrokultur, Substrat und Bewässerung: dauerhaft pflegeleicht
Die langfristige Qualität einer Begrünung hängt stark von der Pflege ab. Hydrokultur – Pflanzen in Tongranulat mit Wasserstandsanzeiger – ist im Büro besonders verbreitet. Sie reduziert den Pflegeaufwand, ist sauberer und weniger anfällig für Schädlinge.
Für größere Anlagen bieten sich automatische Bewässerungssysteme an. Dennoch bleibt ein regelmäßiges Pflegeintervall notwendig. Gerade bei Pflanzenwänden lohnt sich ein professioneller Service. Entscheidend ist, Pflege und System bereits in der Planung mitzudenken.
Begrünung im Außenbereich: Terrasse, Fassade und Dachgarten
Begrünung lässt sich auch auf Außenflächen übertragen. Bepflanzte Terrassen und Dachgärten erweitern den Arbeitsraum um grüne Aufenthaltsbereiche. Fassaden- und Dachbegrünung tragen zusätzlich zu Dämmung, Wasserrückhalt und Stadtklima bei.
Im Außenbereich sind standortgerechte Pflanzen entscheidend. Sonne, Wind und Frost stellen höhere Anforderungen. Zusätzlich spielen bauliche Aspekte wie Statik, Drainage und Bewässerung eine zentrale Rolle.
Begrünung planen und dauerhaft pflegen
Eine funktionierende Bürobegrünung beginnt mit der Analyse der Rahmenbedingungen:
- Standort und Lichtbedingungen prüfen
- Pflanzen passend zum Standort auswählen
- Pflegeaufwand realistisch einschätzen
- Bewässerungssystem definieren
- langfristige Pflege organisieren
Begrünung wirkt am besten als integrierter Bestandteil der Arbeitswelt, nicht als nachträgliche Ergänzung. Sie sollte mit Raumstruktur, Nutzung und Akustik zusammen gedacht werden.
Unser Fazit
Bürobegrünung wirkt, wenn Pflanzen zum Standort passen und ein realistisches Pflegekonzept dahintersteht. Innen und außen eingesetzt, wird Begrünung vom dekorativen Element zu einem funktionalen Bestandteil der Arbeitsumgebung.
Entscheidend sind die Wirkung auf Luftfeuchtigkeit, Akustik und Wohlbefinden sowie eine standortgerechte Auswahl und geeignete Pflegesysteme. So entstehen Arbeitswelten, die ruhiger wirken und langfristig funktionieren.
Unterschiedliche Begrünungskonzepte lassen sich vor der Umsetzung gut vergleichen. Im Showroom werden Pflanzlösungen sichtbar, im Raumlabor lässt sich ihre Wirkung im Raum direkt erleben.
Fragen und Antworten
Für Büros mit wenig Tageslicht eignen sich besonders robuste Pflanzen wie Bogenhanf, Glücksfeder und Efeutute. Sie kommen mit wenig Licht aus und sind pflegeleicht.
Pflegeleicht sind Pflanzen mit geringem Wasserbedarf und widerstandsfähigen Blättern. Hydrokultur erleichtert die Pflege zusätzlich durch kontrolliertes Gießen.
Pflanzen erhöhen vor allem die Luftfeuchtigkeit. Eine messbare Schadstoffreduktion ist im Büroalltag gering, Lüften bleibt wichtiger.
Echte Pflanzen haben funktionale Effekte, brauchen aber Pflege. Künstliche Pflanzen sind sinnvoll bei fehlendem Licht oder eingeschränkter Pflege.
Dicht bepflanzte Flächen und Mooswände absorbieren Schall und reduzieren den Geräuschpegel. Kleine Einzelpflanzen reichen dafür meist nicht aus.
Die Kosten hängen von Umfang und Pflege ab. Einzelpflanzen sind günstig, großflächige Begrünung aufwendiger. Laufende Pflege sollte immer eingeplant werden.