Großzügiger Empfangsbereich mit runder Empfangstheke, geschwungener Treppe, Wartezone und Zugang zu verglasten Besprechungs- und Bürobereichen.

Wissen | September 2026

Empfangsbereich im Büro gestalten: Theke, Wartezone und Wege

Viele Empfangsbereiche entstehen aus dem Rest der Fläche. Die Folgen zeigen sich im Alltag: Besucher suchen nach einer Ansprechperson, Wartende sitzen im Laufweg oder hören Gespräche an der Theke mit. Gleichzeitig wird der Empfang zur Paketablage, während Beschäftigte aus angrenzenden Bereichen regelmäßig Auskunft geben müssen.

Ein Empfangsbereich im Büro muss dabei zwei Nutzergruppen mit unterschiedlichen Anforderungen zusammenbringen. Besucher halten sich dort meist nur wenige Minuten auf und brauchen vor allem Orientierung. Die Empfangskraft arbeitet dort möglicherweise den ganzen Tag und benötigt einen vollwertigen Arbeitsplatz. Aus diesem Unterschied ergeben sich konkrete Anforderungen an Lage, Wege, Thekenhöhe, Bewegungsflächen und Beleuchtung.

Besonders deutlich wird das an der Empfangstheke. Ist sie durchgehend zu hoch, können sitzende Besucher sie nicht gleichwertig nutzen. Ist die Arbeitsfläche ungeeignet angeordnet, entstehen für die Empfangskraft ungünstige Arbeitsbedingungen. Deshalb beginnt die Planung nicht mit dem Möbelstück, sondern mit den Aufgaben des Empfangs. Die sinnvolle Reihenfolge lautet: Aufgaben bestimmen, Lage festlegen, Wege prüfen, Theke planen, Wartezone dimensionieren und erst danach die Ausstattung auswählen.

Die Aufgaben des Empfangsbereichs

Ein Empfangsbereich erfüllt drei grundlegende Aufgaben: Er empfängt Besucher, gibt Orientierung und organisiert mögliche Wartezeiten. Aus jeder dieser Aufgaben entsteht ein räumlicher Bedarf, der sich bestimmen lässt, bevor eine Theke oder ein Sessel ausgewählt wird.

Für das Empfangen braucht es eine Theke, an der ein Gespräch im Stehen und im Sitzen möglich ist. Für die Orientierung braucht es eine Sichtachse von der Tür zur Theke und eine Beschilderung, die ohne Nachfrage funktioniert. Für die Wartezeit braucht es Sitzplätze, die vom Weg abgerückt sind und von denen aus die Theke im Blick bleibt.

Welche dieser Funktionen tatsächlich benötigt werden, hängt vom Unternehmen ab. Ein Betrieb mit regelmäßigem Kurierverkehr, aber wenigen persönlichen Terminen braucht eine gut erreichbare Übergabefläche, möglicherweise jedoch keine große Wartezone. Eine Kanzlei mit eng getakteten Terminen muss dagegen vor allem Überschneidungen im Wartebereich berücksichtigen. Vor der Planung steht deshalb nicht die Frage nach dem gewünschten Stil, sondern nach den tatsächlichen Abläufen. Andernfalls entsteht eine Sitzgruppe, die kaum genutzt wird, während an der Theke der Platz für Pakete, Unterlagen oder die Besucheranmeldung fehlt.

Was einen modernen Empfangsbereich im Büro ausmacht

Ein moderner Empfangsbereich zeichnet sich nicht durch einen bestimmten Einrichtungsstil aus. Entscheidend ist, ob er unterschiedliche Besuchersituationen unterstützt und auch dann Orientierung bietet, wenn die Theke zeitweise nicht besetzt ist.

Neben der persönlichen Anmeldung können deshalb eine klar erkennbare Beschilderung, eine Klingel oder eine digitale Besucheranmeldung erforderlich sein. Gleichzeitig muss der Bereich mit Kurierlieferungen, Bewerbungs- und Kundenterminen sowie dem täglichen Zugang der Beschäftigten umgehen können. Dabei bleibt die Fläche flexibel, ohne dass Besucherwege und interne Arbeitswege einander behindern.

Modern ist ein Empfang somit nicht allein wegen seiner Materialien oder Technik. Modern ist er, wenn seine Gestaltung aus der tatsächlichen Nutzung abgeleitet wird und Empfang, Orientierung und Warten zuverlässig funktionieren.

Wartebereich mit Sofa, Sessel und Beistelltischen vor einer Empfangstheke; an der Wand befinden sich Mitarbeiterfotos und Unternehmenswerte.
Flurbereich mit Türen zu angrenzenden Räumen sowie Stehtisch mit Hockern als Orientierungspunkt am Ende des Weges.
Wartebereich mit Ecksofa, Sessel, Couchtischen und begrünter Pflanzenwand mit Firmenlogo im Hintergrund.
Wartezone mit Sitzgruppe aus Sofa, Sesseln und Beistelltischen sowie offenen Regalen und Pflanzen entlang der Wand.

  

Lage und Größe: Wo der Empfangsbereich hingehört

Die Lage folgt aus der Orientierungsaufgabe. Von der Eingangstür aus sollte unmittelbar erkennbar sein, wo Besucher empfangen werden oder wie sie Kontakt aufnehmen können.

Dazu kommt der Lärm. Am Empfang wird gesprochen, telefoniert und Ware angenommen. Liegen konzentrierte Arbeitsplätze unmittelbar daneben, übertragen sich Gespräche und Bewegungen schnell in den Arbeitsbereich. Zwischen Empfang und Fokusarbeitsplätzen braucht es deshalb eine räumliche Trennung oder eine wirksame Kombination aus Abstand, Zonierung und akustischen Maßnahmen.

Der dritte Punkt ist der Weg, den Besucher schon hinter sich haben, wenn sie ankommen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ist der Dachverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Für Empfang und Foyer hat sie ein Fachinfoblatt veröffentlicht, einen Auszug aus der DGUV Information 215-112 zur barrierefreien Arbeitsgestaltung. Es empfiehlt Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten, vor allem wenn Besucher längere Wege von der Straße oder vom Parkplatz zurücklegen oder mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Besonders sinnvoll ist eine Sitzgelegenheit in unmittelbarer Nähe der Anmeldung, wenn Besucher längere Wege zurücklegen, Wartezeiten regelmäßig auftreten oder Personen mit eingeschränkter Mobilität erwartet werden.

Für die Gesamtfläche gibt es keinen Normwert. Sie ergibt sich aus ihren Teilen: der Breite der Theke, der Bewegungsfläche davor, der Wartezone und dem Durchgang. Diese Teilflächen stehen in den folgenden Abschnitten, und ihre Summe ist die Fläche, die der Empfang braucht. Ein Pauschalwert in Quadratmetern hilft dagegen nicht, weil er nicht sagt, was davon Theke und was Wartezone ist.

Ein Fehler lässt sich später kaum beheben: der Empfang im Durchgangsbereich. Dann laufen alle Beschäftigten auf dem Weg zur Kaffeeküche durch die Wartezone, und jeder Besucher sieht, wer gerade im Haus ist. Bei der Zonenplanung wird der Empfang deshalb als erste Zone festgelegt, weil sich alle anderen nach ihm richten.

Empfangsbereich mit Empfangstheke, Sitzgelegenheit für Besucher und Firmenlogo „ZENTIVA“ auf einer Glaswand.
Offene Wartezone mit zwei Sesseln, abgeschirmter Sitznische und Beistelltisch vor verglasten Büro- und Besprechungsräumen.
Empfangsbereich mit weißer Empfangstheke, großem Firmenlogo an begrünter Wand und offenem Zugangsbereich zu Besprechungsräumen.
Empfangsbereich mit langer Empfangstheke, Arbeitsplätzen und Stauraummöbeln vor dekorativer Wandgestaltung und Zugang zu den angrenzenden Räumen.

  

Wege und Durchgänge

Zwischen Tür, Theke, Wartezone und dem Weg ins Büro bleiben Durchgänge frei, und für ihre Breite gibt es Zahlen. Für Durchgänge neben Theken und Schaltern nennt die DGUV eine nutzbare Breite von mindestens 90 Zentimetern. Vor und hinter dem Durchgang kommt eine Bewegungsfläche von 150 mal 150 Zentimetern dazu.

Die Verkehrswege im Gebäude richten sich zusätzlich nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.8, die die Arbeitsstättenverordnung konkretisiert. Sie staffelt die Breite nach der Zahl der Personen auf dem Weg: 90 Zentimeter bis 5 Personen, 100 Zentimeter bis 20, 120 Zentimeter bis 200, darüber 180 bis 240 Zentimeter. Welche Wegbreite erforderlich ist, richtet sich nach der Zahl der Personen, die den jeweiligen Verkehrsweg im Einzugsgebiet nutzen. Am Haupteingang kann dies einen großen Teil der Beschäftigten sowie regelmäßig anwesende Besucher umfassen.

Verengt eine Sitzgruppe einen erforderlichen Verkehrs- oder Durchgangsweg auf 80 Zentimeter, muss sie versetzt werden. Gleiches gilt für Pflanzkübel, Prospektständer oder Paketstapel, die erst nach der eigentlichen Planung in der Fläche abgestellt werden.

In einem schmalen Foyer steht die Theke deshalb längs zur Wand statt quer zum Raum. Dann bleibt der Durchgang breit genug, und die Theke ist von der Tür aus trotzdem zu sehen.

Die Empfangstheke: Höhe und Nutzbarkeit

Die Empfangstheke ist der Ort, an dem Besucher und Empfangskraft unmittelbar aufeinandertreffen. Deshalb müssen hier Besucherorientierung, Barrierefreiheit und die Anforderungen an einen dauerhaft genutzten Arbeitsplatz zusammengeführt werden. Die folgenden Maße orientieren sich am Fachinfoblatt der DGUV zu Empfang und Foyer. Das Dokument ist keine eigenständige Rechtsnorm, bietet jedoch konkrete Planungshinweise für eine barrierefreie Nutzung.

Höhe im Steh- und im Sitzbereich

Für den Sitzbereich nennt die Schrift höchstens 80 Zentimeter, für den Stehbereich 100 bis 115 Zentimeter. Eine durchgehende Theke in Stehhöhe erfüllt nur die zweite Anforderung. Eine durchgehend hohe Theke erschwert sitzenden Besuchern den Blickkontakt und die Nutzung der Ablagefläche. Gleichzeitig ist die Besucherseite der Theke nicht automatisch mit der Arbeitshöhe auf der Beschäftigtenseite gleichzusetzen. Beide Seiten müssen daher getrennt geplant werden.

Beides zugleich erfüllt eine Theke mit zwei Höhen. Der niedrige Abschnitt dient dem Gespräch im Sitzen, dem Unterschreiben und dem Ablegen einer Tasche. Der hohe Abschnitt dient dem kurzen Halt, also Paket abgeben, Namen nennen, weitergehen. Der niedrigere Bereich sollte von der Eingangssituation aus gut erkennbar, frei erreichbar und nicht durch Warteplätze oder Ablagen blockiert sein. Ob er seitlich oder innerhalb der Theke liegt, hängt vom Grundriss und vom Arbeitsablauf ab.

Nutzbarkeit und Erreichbarkeit

Eine Empfangstheke funktioniert nur dann gut, wenn sie von Besuchern und Beschäftigten gleichermaßen genutzt werden kann. Dazu gehören ausreichend Bewegungsflächen vor und hinter der Theke sowie ein Bereich, der auch im Sitzen erreichbar ist. Gerade bei bestehenden Empfangssituationen lohnt sich eine einfache Bestandsaufnahme: Sind Ablageflächen erreichbar? Bleibt vor der Theke ausreichend Platz zum Wenden und Ausweichen? Können Besucher Formulare unterschreiben, ohne sich seitlich verdrehen zu müssen?

Die wichtigsten Maße lassen sich an einer vorhandenen Theke direkt prüfen: die Höhe und Breite des niedrigeren Abschnitts, die Tiefe des Beinfreiraums sowie die freien Bewegungsflächen auf beiden Seiten. So wird früh sichtbar, ob die bestehende Lösung weiter genutzt werden kann oder ob Anpassungen erforderlich sind.

Empfangsbereich mit zentraler Empfangstheke, Bildschirmarbeitsplätzen und digitaler Begrüßungsanzeige hinter dem Tresen.
Empfangstheke mit zwei Arbeitsplätzen und abgesenktem Besucherbereich, gelegen an einem zentralen Zugang zu den angrenzenden Büroflächen.

  

Die Wartezone: wie viel Platz und welche Möbel

Die Zahl der Sitzplätze folgt aus dem Besucheraufkommen und nicht aus der Raumgröße. Entscheidend ist, wie viele Personen gleichzeitig warten und wie lange. Eine Kanzlei mit Terminen im Halbstundentakt braucht Plätze für die Überschneidung zweier Termine. Ein Büro, in dem Besucher abgeholt werden, braucht einen Platz für den Fall, dass die Abholung fünf Minuten dauert.

Als Grundlage eignet sich eine einfache Beobachtung über mehrere Wochen: Wie viele Personen warten gleichzeitig, wie lange bleiben sie und zu welchen Zeiten entstehen Überschneidungen? Der durchschnittliche Besucherverkehr allein reicht für die Planung nicht aus. Entscheidend ist die typische Spitze, auf die der Bereich ohne blockierte Wege reagieren muss.

Eine Anforderung der DGUV betrifft die Wartezone direkt. Sie verlangt in Ruhezonen und Wartebereichen Plätze für Menschen im Rollstuhl. Gemeint sind keine zusätzlichen Stühle, sondern freie Stellfläche daneben, in die ein Rollstuhl passt, ohne im Durchgang zu stehen. Eine durchgehende Sitzbank an der Wand lässt dafür keinen Platz.

Bei den Sitzmöbeln zählen Nutzbarkeit und Komfort ebenso wie die Gestaltung. Sehr tiefe oder niedrige Loungesessel können das Aufstehen erschweren. Sinnvoll ist deshalb eine Mischung aus Sitzgelegenheiten mit gut erreichbarer Sitzhöhe, stabilen Armlehnen und ausreichend freier Fläche daneben. Die Möbel sollten so stehen, dass Wartende die Anmeldung wahrnehmen können, ohne direkt auf den Arbeitsplatz oder Bildschirm der Empfangskraft zu blicken. Welche Loungemöbel sich eignen, hängt von Sitzhöhe, Armlehnen, Reinigungsfähigkeit und dem verfügbaren Platz ab. Eine reine Auswahl nach Optik greift für einen regelmäßig genutzten Wartebereich zu kurz.

Empfangsbereich mit langem Sitzmöbel, Beistelltischen und freiem Bewegungsraum vor Besprechungs- und Bürobereichen.
Offene Wartezone im Empfangsbereich mit Sofa, Sesseln, Besprechungsnische und Couchtisch als Bereich für Besucher vor dem Check-in.

Akustik, Licht und Diskretion

Am Empfang wird gesprochen, telefoniert und gewartet. Gleichzeitig sollen Besucher Informationen verstehen können, ohne dass Gespräche bis in angrenzende Arbeitsbereiche getragen werden. Gerade Glasflächen, harte Böden und hohe Decken verstärken dieses Problem, weil sie Schall reflektieren und den Nachhall erhöhen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Akustik wirken am besten dort, wo der Schall entsteht. Teppiche in der Wartezone, Vorhänge vor großen Glasflächen sowie absorbierende Wand- und Deckenflächen reduzieren den Nachhall und verbessern die Sprachverständlichkeit. Was sonst für den Schallschutz im Büro gilt, gilt deshalb auch am Empfang: Nicht eine einzelne Maßnahme entscheidet über die Wirkung, sondern das Zusammenspiel aus Oberflächen, Möblierung und Raumaufteilung. Eine einzelne Stellwand löst das Problem nicht, wenn Boden, Wände und Decke weiterhin überwiegend hart bleiben.

Akustische Behaglichkeit und Vertraulichkeit sind dabei nicht dasselbe. Schallabsorption reduziert den Nachhall, verhindert aber nicht automatisch, dass Gespräche verständlich bleiben. Für Personalthemen, Rechnungen oder andere vertrauliche Anliegen braucht es deshalb einen separaten Gesprächsort oder einen ausreichend abgeschirmten Bereich außerhalb der Wartezone.

Beim Licht unterscheidet die Technische Regel ASR A3.4 zwischen den Bereichen. Für Empfangstheken nennt sie 300 Lux, für Eingangshallen und Warteräume 200 Lux und für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung 500 Lux. Arbeitet die Empfangskraft den Tag über am Bildschirm, ist die Theke ein Büroarbeitsplatz und braucht den höchsten dieser Werte. Eine Deckenleuchte, die den ganzen Empfang gleichmäßig auf 200 Lux bringt, ist an der Theke deshalb zu dunkel. Eine eigene Leuchte über der Theke hebt den Arbeitsbereich auf 500 Lux. Um einen solchen Arbeitsplatz herum verlangt die ASR zusätzlich im Mittel 300 Lux, und eine Wartezone im selben Raum gehört zu dieser Umgebung. Bei 200 Lux darf nur ein eigener Warteraum bleiben. Was sonst für die Beleuchtung am Arbeitsplatz gilt, gilt hinter der Theke genauso, Blendung durch die Glasfront eingeschlossen.

Wichtige Informationen vermittelt ein Empfang nach dem Zwei-Sinne-Prinzip, so die DGUV, also zum Beispiel sichtbar und hörbar zugleich. Theken mit geschlossener Verglasung und Gegensprechanlage brauchen zusätzlich eine induktive Höranlage, die den Ton direkt an Hörgeräte überträgt. Dasselbe gilt für Räume, in denen vertrauliche Angelegenheiten besprochen werden. Einen solchen Raum setzt die Schrift voraus, was Diskretion im Alltag heißt, sagt sie nicht. Der Bildschirm der Empfangskraft steht so, dass niemand aus der Wartezone mitliest. Ein Gespräch über eine Rechnung findet nicht an der Theke statt, sondern zwei Schritte daneben.

Wartebereich im Empfang mit Ecksofa, Beistelltisch und Bildschirm mit Begrüßungsanzeige für ankommende Besucher.
Empfangsbereich mit langer Empfangstheke, mehreren Bildschirmarbeitsplätzen und breitem Zugangsweg entlang einer raumhohen Fensterfront.

Was gilt, wenn der Empfang nicht besetzt ist?

Nicht jeder Empfang ist während der gesamten Bürozeit personell besetzt. In diesen Zeiten muss die Gestaltung einen Teil der Orientierung übernehmen. Bereits von der Eingangstür aus sollte erkennbar sein, wo Besucher warten, wie sie Kontakt aufnehmen und welche Bereiche sie nicht selbstständig betreten dürfen.

Das beginnt mit der Beschilderung in der Sichtachse der Tür und nicht daneben. Es geht weiter mit einer Klingel oder einem Terminal in erreichbarer Höhe. Die DGUV verlangt vor solchen Bedienelementen eine freie Bewegungsfläche von 150 mal 150 Zentimetern. Zur nächsten Wand oder zum nächsten Möbel bleiben mindestens 50 Zentimeter Abstand, damit das Element auch seitlich aus dem Rollstuhl erreichbar ist. Eine Klingel in der Raumecke ist aus dem Rollstuhl nicht zu erreichen.

Das Zwei-Sinne-Prinzip zählt hier mehr als am besetzten Empfang. Kann niemand nachfragen, muss die Information sichtbar und hörbar oder sichtbar und tastbar vorliegen. Ein Terminal, das Informationen ausschließlich visuell vermittelt, ist nicht für alle Besucher gleichermaßen nutzbar. Wichtige Hinweise sollten deshalb über mindestens zwei wahrnehmbare Wege angeboten werden, etwa sichtbar und hörbar oder sichtbar und tastbar.

Bei einer digitalen Besucheranmeldung kommen organisatorische Fragen hinzu: Welche Daten werden abgefragt, wer erhält die Benachrichtigung und wie lange bleiben die Angaben gespeichert? Das Terminal sollte nur die Informationen erfassen, die für Anmeldung und Weiterleitung tatsächlich notwendig sind. Vertrauliche Angaben gehören nicht auf einen Bildschirm, der von nachfolgenden Besuchern eingesehen werden kann.

Trotz digitaler Unterstützung bleiben bestimmte Aufgaben an Personen gebunden. Was der unbesetzte Empfang nicht ersetzt, ist die Begleitung in Bereiche, die nicht für Besucher offen sind. Für die Werkstatt, das Labor oder das Archiv braucht es weiterhin jemanden, der den Besucher abholt.

  

Unser Fazit

Ein funktionierender Empfangsbereich entsteht nicht durch eine repräsentative Theke allein. Entscheidend ist, ob Besucher den richtigen Anlaufpunkt erkennen, Wege frei bleiben, Wartezeiten angemessen organisiert sind und die Empfangskraft einen geeigneten Arbeitsplatz erhält.
Die Planung beginnt deshalb mit den tatsächlichen Aufgaben: Welche Besucher kommen, wie häufig entstehen Wartezeiten, welche Lieferungen werden angenommen und wann ist der Empfang unbesetzt? Danach werden Lage und Wege festgelegt. Erst anschließend folgen Theke, Wartezone, Beleuchtung, Akustik und Möblierung.

Viele Anforderungen lassen sich an einer bestehenden Fläche direkt prüfen. Dazu gehören die Höhe und Unterfahrbarkeit der Theke, die Bewegungsflächen davor und dahinter, die Breite der Verkehrswege, der Blickschutz zum Monitor und die Beleuchtung am Arbeitsplatz. Auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob einzelne Anpassungen ausreichen oder der Empfang neu organisiert werden sollte.

Wer den eigenen Empfang überprüfen möchte, sollte zunächst die tatsächlichen Abläufe zu unterschiedlichen Tageszeiten beobachten. Daraus entsteht eine belastbare Grundlage für die weitere Zonen- und Büroplanung.

 

Fragen und Antworten

Was gehört zu einem modernen Empfangsbereich im Büro?

Eine Theke mit einem Abschnitt in Sitzhöhe und einem in Stehhöhe, dazu eine Wartezone mit Sitzplätzen und freier Stellfläche für einen Rollstuhl. Beschilderung in der Sichtachse der Tür, eine Garderobe und eine Beleuchtung, die den Arbeitsplatz heller macht als die Wartezone. Modern heißt dabei, dass der Bereich für jeden nutzbar ist, und nicht, dass er einem bestimmten Stil folgt.

Wo sollte ein Empfangsbereich im Büro liegen?

Ein Empfangsbereich sollte vom Eingang aus leicht auffindbar sein und Besucher ohne Umwege orientieren. Gleichzeitig benötigt er ausreichend Abstand zu konzentrierten Arbeitsbereichen, damit Gespräche, Lieferungen und Besucherströme den Arbeitsalltag nicht stören.

Wie hoch ist eine Empfangstheke?

Eine Empfangstheke hat im Sitzbereich höchstens 80 Zentimeter und im Stehbereich etwa 100 bis 115 Zentimeter Höhe. Das empfiehlt das DGUV-Fachinfoblatt zu Empfang und Foyer. Beides zugleich erfüllt eine Theke mit zwei Höhen. Wo der niedrigere Abschnitt liegt, hängt vom Grundriss und den Abläufen am Empfang ab.

Welche Maße hat eine Empfangstheke?

Eine barrierefrei nutzbare Empfangstheke bietet einen unterfahrbaren Bereich von mindestens 90 Zentimetern Breite. Hinzu kommen ausreichender Beinfreiraum und Bewegungsflächen vor der Theke. Die konkrete Breite der Theke richtet sich nach den Arbeitsabläufen und der Zahl der Arbeitsplätze dahinter.

Welche Größe sollte ein Empfangsbereich haben?

Einen allgemeinen Quadratmeterwert gibt es nicht. Die benötigte Fläche setzt sich aus der Empfangstheke, den Bewegungsflächen auf Besucher- und Beschäftigtenseite, der Wartezone sowie den erforderlichen Durchgängen zusammen. Maßgeblich sind Besucheraufkommen, Aufenthaltsdauer und die Funktionen, die der Empfang im jeweiligen Unternehmen übernimmt.

Welche Anforderungen gelten für eine barrierefrei nutzbare Empfangstheke?

Eine barrierefrei nutzbare Empfangstheke bietet einen Bereich, der auch im Sitzen erreichbar und unterfahrbar ist. Das DGUV-Fachinfoblatt empfiehlt dafür unter anderem eine Unterfahrbarkeit von mindestens 90 Zentimetern Breite und eine ausreichend große Bewegungsfläche davor. Welche Anforderungen rechtlich verbindlich sind, hängt jedoch vom Gebäude, seiner Nutzung und den einschlägigen Vorschriften ab. Das DGUV-Fachinfoblatt selbst ist keine Rechtsnorm.

Was gehört in einen Wartebereich?

Sitzplätze mit Armlehnen in Bürostuhlhöhe, freie Stellfläche für einen Rollstuhl, Abstand zum Durchgang und Sichtkontakt zur Theke. Nicht hinein gehören Ablagen mit Unterlagen anderer Besucher und der Blick auf den Bildschirm der Empfangskraft.

Wie hell muss der Empfang beleuchtet sein?

Die ASR A3.4 nennt 300 Lux für Empfangstheken, 200 Lux für Eingangshallen und Warteräume und 500 Lux für Bildschirmarbeit. Wird an der Theke am Bildschirm gearbeitet, gilt dort der höchste Wert, und die Umgebung braucht im Mittel 300 Lux. Eine eigene Leuchte über der Theke hebt den Arbeitsbereich an, ohne den ganzen Raum auf Büroniveau zu bringen.

Wie breit müssen die Wege am Empfang sein?

Wege am Empfang müssen je nach Nutzung unterschiedlich breit sein. Für Durchgänge neben Theken gelten mindestens 90 Zentimeter. Verkehrswege werden nach Personenzahl bemessen und reichen von 90 bis 240 Zentimetern Breite.

Warum braucht ein Empfangsbereich eine Wartezone?

Eine Wartezone verhindert, dass Besucher im Durchgang oder direkt vor der Theke warten müssen. Sie schafft Orientierung, verbessert die Aufenthaltsqualität und sorgt dafür, dass Arbeitsabläufe am Empfang nicht gestört werden. Wie groß die Wartezone sein sollte, hängt vom Besucheraufkommen und den typischen Wartezeiten ab.

Was kostet die Einrichtung eines Empfangsbereichs?

Die Kosten hängen vor allem von der Größe, dem Zustand der Fläche und der Ausführung der Empfangstheke ab. Weitere Kosten entstehen durch Elektroanschlüsse, Beleuchtung, Boden- und Akustikmaßnahmen, Beschilderung, Besuchertechnik und die Möbel der Wartezone. Belastbar kalkulieren lässt sich der Empfang deshalb erst, wenn Nutzung, Maße und erforderliche Anpassungen feststehen.

Wie funktioniert ein Empfang ohne Personal?

Über Beschilderung in der Sichtachse der Tür und eine Klingel oder ein Terminal in erreichbarer Höhe. Davor liegen 150 mal 150 Zentimeter Bewegungsfläche, zur nächsten Wand bleiben 50 Zentimeter Abstand, und die Informationen folgen dem Zwei-Sinne-Prinzip. Die Begleitung in nicht öffentliche Bereiche ersetzt er nicht.

  

 

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Wartebereich im Empfang mit Sofa, Sesseln und rundem Couchtisch mit Zeitschriften als Sitzgelegenheit für Besucher.

 

Fotos in diesem Beitrag: Adyen, Berliner Volksbank, CBRE, Compador, BAS, Flaconi, HiSolutions, IGZ, MCI, Vitra und Zentiva.

 

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