Arbeitsbereich mit integrierter Begrünung durch Pflanztröge, natürlichem Tageslicht und ruhigen Zonen für fokussiertes Arbeiten.

Hybrides Arbeiten: Welche Räume Unternehmen heute wirklich brauchen

Viele Unternehmen haben hybrides Arbeiten längst eingeführt, ihre Räume aber nicht mitgedacht. Hybrides Arbeiten ist ein Arbeitsmodell, das feste Präsenz im Büro mit mobiler Arbeit an anderen Orten verbindet und die Nutzung der Fläche grundlegend verändert. Wer weiterhin für jede Person einen festen Schreibtisch plant, richtet das Büro an einer Arbeitsweise aus, die es so nicht mehr gibt. Dieser Beitrag richtet sich an Entscheidende und Planende, die ihre Büroflächen an die tatsächliche Nutzung anpassen wollen. Wir zeigen, wie sich die Nutzung verschiebt, welche Fehlannahmen in die Irre führen und welche Räume heute wirklich gebraucht werden.

Was hybrides Arbeiten heute bedeutet

Hybrides Arbeiten bezeichnet die geplante Kombination aus Arbeit im Büro und mobiler Arbeit an anderen Orten, meist im Homeoffice, teils unterwegs oder in einem Coworking-Bereich. Der Unterschied zum reinen Homeoffice liegt im Wechsel: Gemeint ist nicht die vollständige Verlagerung nach Hause, sondern der bewusste Ortswechsel je nach Aufgabe.
Wie ein hybrides Arbeitsmodell konkret aussieht, unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Die Spannbreite reicht von Office First, wo das Büro der Regelort bleibt und mobile Arbeit die Ausnahme ist, bis zu Remote First, wo die mobile Arbeit den Standard bildet und das Büro vor allem dem Austausch dient. Dazwischen liegen teilflexible Modelle mit einer festen Zahl an Bürotagen.

Für die Fläche ist bei hybrider Arbeit eines entscheidend: Wenn die Anwesenheit schwankt und der Arbeitsort wechselt, wird das Büro seltener durchgehend am festen Platz genutzt und häufiger für Tätigkeiten, die den gemeinsamen Ort brauchen. Genau daraus ergeben sich die räumlichen Fragen, um die es hier geht.

 

Open-Space-Arbeitsbereich mit Schreibtischen, großen Pflanzen in Hochkübeln und ruhiger Atmosphäre durch integrierte Begrünung.
Workshop- und Besprechungsbereich mit modularer Pflanzenwand, integrierter Begrünung und klar zonierten Arbeitsbereichen.

  

Warum sich die Rolle des Büros verändert

Hybrides Arbeiten verändert nicht nur den Arbeitsort, sondern auch die Bedeutung des Büros. Früher war das Büro vor allem der Ort, an dem gearbeitet wurde. Heute ist es zunehmend der Ort, an dem Zusammenarbeit stattfindet. Viele Tätigkeiten, die konzentriertes Arbeiten erfordern, lassen sich unabhängig vom Ort erledigen. Gleichzeitig gibt es Aufgaben, die von persönlichem Austausch profitieren: Workshops, Teamabstimmungen, Einarbeitung neuer Mitarbeitender, Projektarbeit oder spontane Gespräche. Genau für diese Situationen gewinnt das Büro an Bedeutung.

Dadurch verändert sich die Nutzung der Fläche. Während früher der persönliche Arbeitsplatz im Mittelpunkt stand, rücken heute Räume für Zusammenarbeit, Austausch und Begegnung stärker in den Fokus. Unternehmen benötigen deshalb nicht automatisch weniger Bürofläche, sondern häufig eine andere Verteilung der vorhandenen Fläche.
Besonders deutlich wird das dort, wo Büros noch auf eine dauerhafte Vollpräsenz ausgelegt sind. Arbeitsplätze bleiben zeitweise ungenutzt, während Besprechungsräume knapp werden oder geeignete Rückzugsorte für Videokonferenzen fehlen. Die Herausforderung liegt damit nicht in der Anzahl der Quadratmeter, sondern in der Frage, ob die vorhandenen Räume die aktuelle Arbeitsweise unterstützen.

Für die Büroplanung bedeutet das einen Perspektivwechsel: Nicht die Anwesenheit entscheidet über den Flächenbedarf, sondern die Tätigkeiten, die im Büro stattfinden. Erst wenn klar ist, wofür Mitarbeitende den gemeinsamen Ort nutzen, lässt sich ableiten, welche Räume tatsächlich benötigt werden.

Loungebereich mit vereinzelter Begrünung, großzügigem Tageslicht und ruhiger Atmosphäre für informelle Pausen und Austausch.
Open-Space-Arbeitsbereich mit integrierter Begrünung durch Pflanzregale, großzügigem Tageslicht und zonierter Struktur für ruhige Arbeitsbereiche.

  

Drei Fehlannahmen, die hybride Büros ausbremsen

Hybrides Arbeiten verändert die Anforderungen an das Büro grundlegend. Trotzdem orientieren sich viele Entscheidungen noch an Vorstellungen, die aus der Zeit vor hybriden Arbeitsmodellen stammen. Drei Annahmen führen dabei besonders häufig in die falsche Richtung.

Wenn weniger Menschen im Büro sind, wird das Büro weniger wichtig.

Das Gegenteil ist oft der Fall. Je seltener Mitarbeitende ins Büro kommen, desto wichtiger wird die Qualität der gemeinsamen Zeit vor Ort. Das Büro verliert nicht an Bedeutung, sondern bekommt eine neue Aufgabe: Es wird zum Ort für Zusammenarbeit, Austausch und Begegnung.

Hybrides Arbeiten funktioniert von allein.

Wer zwischen Büro, Homeoffice und mobilen Arbeitsorten wechselt, braucht passende Rahmenbedingungen. Dazu gehören Rückzugsräume für Videokonferenzen, Bereiche für Teamarbeit und gut ausgestattete Besprechungsräume. Ohne diese Infrastruktur entstehen Reibungsverluste, die sich im Alltag schnell bemerkbar machen.

Präsenz entsteht durch Gestaltung.

Eine hochwertige Einrichtung kann die Aufenthaltsqualität verbessern, ersetzt aber keinen funktionalen Mehrwert. Mitarbeitende kommen nicht wegen schöner Möbel ins Büro, sondern weil sie dort etwas tun können, das anderswo schwieriger möglich ist: gemeinsam arbeiten, Wissen austauschen und Entscheidungen treffen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie das Büro aussehen soll. Entscheidend ist, welchen Beitrag es im Zusammenspiel von Präsenz und mobiler Arbeit leisten soll. Erst daraus lässt sich ableiten, welche Räume tatsächlich benötigt werden.

Welche Aufgaben das Büro bei hybrider Arbeit übernehmen muss

Hybrides Arbeiten verändert nicht nur die Anzahl der anwesenden Mitarbeitenden, sondern auch die Erwartungen an den gemeinsamen Arbeitsort. Das Büro muss heute Aufgaben übernehmen, die zu Hause oder unterwegs nur eingeschränkt möglich sind.

Dazu gehören vor allem Zusammenarbeit, Wissensaustausch, soziale Interaktion und gemeinsame Entscheidungen. Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis nach konzentrierter Arbeit bestehen. Die Herausforderung liegt deshalb nicht darin, einen Raumtyp zu priorisieren, sondern unterschiedliche Anforderungen miteinander zu verbinden.

Ein Büro, das hybride Arbeit unterstützt, bietet sowohl Orte für Austausch als auch Möglichkeiten zum Rückzug. Es schafft Raum für geplante Zusammenarbeit, aber auch für spontane Begegnungen. Genau diese Balance entscheidet darüber, ob Mitarbeitende das Büro als hilfreiche Ergänzung zum Homeoffice wahrnehmen.

Außenbereich mit üppiger Bepflanzung in Pflanzkübeln, Sitzmöglichkeiten und ruhiger Atmosphäre für informelle Pausen im Freien.
Außenbereich mit üppiger Bepflanzung in Pflanzkübeln, Sitzmöglichkeiten und ruhiger Atmosphäre für informelle Pausen im Freien.

  

Welche Räume Unternehmen heute wirklich brauchen

Die wichtigste Frage bei hybrider Arbeit lautet nicht, wie viele Arbeitsplätze vorhanden sind. Entscheidend ist, welche Situationen im Büro stattfinden sollen.
Für Teamarbeit und Projektarbeit werden Flächen benötigt, auf denen gemeinsam gedacht, diskutiert und entwickelt werden kann. Solche Bereiche unterscheiden sich deutlich von klassischen Besprechungsräumen, weil sie stärker auf Zusammenarbeit ausgelegt sind.

Ebenso wichtig sind Räume für hybride Meetings. Sobald ein Teil der Teilnehmenden vor Ort und ein anderer digital zugeschaltet ist, verändern sich die Anforderungen an Technik, Akustik und Raumgestaltung. Ziel ist es, dass alle Beteiligten gleichermaßen am Gespräch teilnehmen können.

Daneben gewinnen Rückzugsräume an Bedeutung. Sie bieten Platz für Videokonferenzen, vertrauliche Gespräche oder konzentrierte Arbeitsphasen. Besonders in offenen Büroumgebungen sind solche Räume oft entscheidend für die Akzeptanz des Gesamtkonzepts.

Ergänzt werden diese Bereiche durch Begegnungsflächen. Informelle Gespräche entstehen selten am festen Arbeitsplatz, sondern in gemeinsamen Aufenthaltsbereichen, Cafés oder Kommunikationszonen. Gerade diese ungeplanten Begegnungen sind einer der Gründe, weshalb viele Unternehmen weiterhin bewusst auf Präsenz setzen.

Geteilte Arbeitsplätze (Desk Sharing) spielen dabei eine unterstützende Rolle. Sie helfen, schwankende Anwesenheiten aufzufangen und Fläche effizient zu nutzen. Im Mittelpunkt stehen jedoch nicht die Arbeitsplätze selbst, sondern die Räume und Situationen, für die Menschen bewusst ins Büro kommen.

In unseren Projekten beginnt die Planung deshalb nicht mit der Anzahl der Schreibtische, sondern mit der Frage, welche Funktionen das Büro künftig übernehmen soll. Die Ergebnisse fallen je nach Unternehmen unterschiedlich aus. Welche Gestaltungsansätze daraus entstehen können, zeigt der Beitrag zu Büro einrichten: 12 Ideen für produktive Arbeitswelten.

Loungebereich mit großzügiger Begrünung durch große Pflanzen, offener Sitzlandschaft und ruhiger Atmosphäre für Erholung und Austausch.
Küchen- und Aufenthaltsbereich mit hängender Begrünung, großzügigem Tageslicht und ruhiger Atmosphäre für informellen Austausch.

Was das für die Büroplanung bedeutet

Hybrides Arbeiten führt nicht automatisch zu kleineren Büros. Häufig verändert sich vielmehr das Verhältnis der Flächen zueinander.
Bereiche für Zusammenarbeit, Austausch und hybride Meetings gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Rückzugsorten, weil offene Flächen mehr Kommunikation ermöglichen, aber auch mehr Störungen erzeugen können. Dadurch werden Themen wie Akustik, Beleuchtung und technische Ausstattung zu festen Bestandteilen der Planung. Sie sind keine nachträglichen Ergänzungen, sondern Voraussetzungen dafür, dass hybride Arbeitsmodelle im Alltag funktionieren.

Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Die Qualität der Flächen wird wichtiger als ihre reine Größe. Ein Büro muss heute unterschiedliche Arbeitsweisen unterstützen und gleichzeitig flexibel genug bleiben, um auf Veränderungen reagieren zu können.

  

Unser Fazit

Hybrides Arbeiten ist kein Grund für weniger Büro, sondern für ein anderes Büro. Der gemeinsame Arbeitsort wird weniger zum Standardarbeitsplatz und stärker zum Ort für Zusammenarbeit, Austausch und Begegnung. Entscheidend ist deshalb nicht, wie viele Schreibtische vorhanden sind, sondern welche Aufgaben das Büro im Arbeitsalltag übernehmen soll. Unternehmen, die hybride Arbeit langfristig erfolgreich gestalten möchten, sollten ihre Flächen aus dieser Perspektive betrachten: Welche Situationen brauchen Präsenz? Welche Räume unterstützen diese Situationen? Und welche Rolle soll das Büro künftig im Zusammenspiel von Präsenz und mobiler Arbeit spielen?

Drei Gedanken ziehen sich durch den Beitrag:

  • Die Rolle des Büros verändert sich.
  • Typische Fehlannahmen führen häufig zu ungeeigneten Flächen.
  • Entscheidend sind Räume, die Zusammenarbeit, Begegnung, Fokusarbeit und hybride Meetings gezielt unterstützen.

Wer diese Fragen beantwortet, schafft die Grundlage für Arbeitsumgebungen, die nicht nur auf aktuelle Anforderungen reagieren, sondern auch zukünftige Entwicklungen mittragen können.

 

Fragen und Antworten

Was ist hybrides Arbeiten?

Hybrides Arbeiten ist ein Arbeitsmodell, das die Arbeit im Büro mit mobiler Arbeit an anderen Orten verbindet. Mitarbeitende wechseln je nach Aufgabe zwischen Büro, Homeoffice und weiteren Arbeitsorten. Anders als beim reinen Homeoffice bleibt das Büro ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsorganisation, erfüllt jedoch zunehmend andere Funktionen als die klassische Einzelarbeit.

Was ist der Unterschied zwischen Homeoffice und hybridem Arbeiten?

Homeoffice beschreibt die Arbeit von zu Hause aus. Hybrides Arbeiten bezeichnet dagegen den geplanten Wechsel zwischen Büro, Homeoffice und weiteren Arbeitsorten. Homeoffice ist damit ein möglicher Bestandteil hybrider Arbeit, ersetzt diese aber nicht.

Was ist ein hybrides Büro?

Ein hybrides Büro ist eine Arbeitsumgebung, die auf wechselnde Anwesenheit und unterschiedliche Arbeitsformen ausgelegt ist. Statt ausschließlich feste Arbeitsplätze bereitzustellen, kombiniert es Bereiche für Zusammenarbeit, konzentriertes Arbeiten, hybride Meetings, Projektarbeit und informellen Austausch. Ziel ist es, das Büro sinnvoll in hybride Arbeitsmodelle einzubinden.

Was bedeutet hybrides Arbeiten für die Bürofläche?

Hybrides Arbeiten führt nicht automatisch zu weniger Bürofläche. Häufig verändert sich vielmehr die Nutzung der vorhandenen Fläche. Während feste Arbeitsplätze seltener durchgehend belegt sind, steigt der Bedarf an Besprechungsräumen, Rückzugsorten, Projektflächen und Bereichen für Zusammenarbeit. Unternehmen benötigen daher oft eine andere Verteilung ihrer Büroflächen statt einer pauschalen Flächenreduzierung.

Warum kommen Mitarbeitende bei hybrider Arbeit überhaupt noch ins Büro?

Bei hybrider Arbeit kommen Mitarbeitende meist nicht für Tätigkeiten ins Büro, die sie ebenso gut im Homeoffice erledigen können. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Aufgaben, die von persönlichem Austausch profitieren: Zusammenarbeit im Team, Workshops, Projektarbeit, Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen sowie spontane Gespräche und Wissensaustausch. Das Büro wird dadurch weniger zum Ort der individuellen Einzelarbeit und stärker zum Ort der Begegnung, Zusammenarbeit und gemeinsamen Entscheidungen.

Welche Räume sind bei hybridem Arbeiten besonders wichtig?

Ein hybrides Büro benötigt vor allem Räume, die den Mehrwert gemeinsamer Präsenz unterstützen. Dazu zählen Flächen für Zusammenarbeit und Austausch, Räume für hybride Meetings, Rückzugsorte für Videokonferenzen und konzentrierte Arbeit sowie Begegnungsflächen für informelle Gespräche. Welche Raumtypen im Einzelnen benötigt werden, hängt von der Arbeitsweise des Unternehmens ab.

Welche Rolle spielen hybride Meetings für die Büroplanung?

Hybride Meetings gehören in vielen Unternehmen zum Arbeitsalltag. Deshalb sollten Besprechungsräume technisch und räumlich so ausgestattet sein, dass vor Ort anwesende und digital zugeschaltete Personen gleichberechtigt teilnehmen können. Akustik, Kamerapositionen, Beleuchtung und Medientechnik spielen dabei eine zentrale Rolle.

Welche Rolle spielt Desk Sharing bei hybrider Arbeit?

Desk Sharing ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Arbeitsplätzen durch mehrere Mitarbeitende. Gerade bei hybrider Arbeit kann es sinnvoll sein, weil selten alle Beschäftigten gleichzeitig im Büro sind. Dadurch lassen sich Büroflächen effizienter nutzen und zusätzliche Bereiche für Zusammenarbeit, Begegnung oder Rückzug schaffen.

Wie viele Arbeitsplätze braucht ein Unternehmen bei hybrider Arbeit?

Die Anzahl benötigter Arbeitsplätze hängt von der tatsächlichen Anwesenheit und Nutzung ab – nicht allein von der Anzahl der Mitarbeitenden. Wenn nur ein Teil der Belegschaft gleichzeitig im Büro arbeitet, reichen oft weniger feste Arbeitsplätze. Entscheidend sind belastbare Daten zur Auslastung und zum tatsächlichen Raumbedarf.

Lohnt sich das Büro bei hybrider Arbeit überhaupt noch?

Ja. Das Büro bleibt auch bei hybrider Arbeit ein wichtiger Arbeitsort, übernimmt aber andere Aufgaben als früher. Es dient weniger der täglichen Einzelarbeit und stärker der Zusammenarbeit, dem Wissensaustausch, der Einarbeitung neuer Mitarbeitender und der sozialen Interaktion. Gerade deshalb kommt es darauf an, die Arbeitsumgebung gezielt an die Anforderungen hybrider Arbeit anzupassen.

  

 

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Fotos von: Fermob, Steelcase und Vitra

 

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