Stellwand im Büro: Lärm reduzieren, Konzentration fördern
Wer in einem Großraumbüro arbeitet, kennt das Problem. Telefonate, Tastaturgeräusche, Gespräche am Nachbarschreibtisch und das allgemeine Hintergrundrauschen summieren sich schnell zu einer Geräuschkulisse, die konzentriertes Arbeiten erheblich erschwert. Die Arbeitsstättenverordnung nennt für Büros mit überwiegend geistiger Tätigkeit Richtwerte, die je nach Nutzung deutlich unter der Lautstärke normaler Gespräche liegen. In vielen Großraumbüros wird dieser Wert regelmäßig überschritten. Stellwände sind ein wirkungsvolles Mittel, um Lärm dort zu reduzieren, wo er entsteht, und Konzentrationszonen zu schaffen, ohne bauliche Eingriffe vornehmen zu müssen.
Warum Lärm im Büro ein unterschätztes Problem ist
Lärm im Büro ist mehr als ein Ärgernis. Er beeinträchtigt die kognitive Leistung messbar. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik weist darauf hin, dass Hintergrundsprache nicht nur als störend empfunden wird, sondern unmittelbar die Konzentrationsfähigkeit reduziert. Dieser sogenannte Irrelevant Sound Effect tritt auch dann auf, wenn Gespräche im Hintergrund inhaltlich gar nicht verfolgt werden. Hinzu kommt der Lombard-Effekt: Je lauter die Umgebung wird, desto lauter sprechen alle Beteiligten, ohne es bewusst wahrzunehmen. So steigert sich der Geräuschpegel in offenen Büros kontinuierlich. Die Folgen sind sinkende Konzentration, eine steigende Fehlerquote und auf Dauer ein erhöhter Krankenstand. Die Arbeitsstättenverordnung legt Richtwerte fest: 45 Dezibel für Großraumbüros mit überwiegend geistiger Arbeit, 35 Dezibel für Büros, in denen besonders konzentriertes Arbeiten gefordert ist. Ein normales Gespräch liegt bereits bei rund 55 Dezibel. In vielen Open-Space-Umgebungen wird dieser Wert im Tagesverlauf dauerhaft überschritten. Diese Richtwerte verdeutlichen, wie schnell normale Bürosituationen akustisch problematisch werden.
Was eine Stellwand im Büro leistet und was nicht
Bevor Stellwände geplant werden, lohnt es sich, eine wichtige Unterscheidung zu verstehen: Schallabsorption und Schalldämmung sind zwei verschiedene Dinge. Schalldämmung beschreibt die Fähigkeit, Schall zwischen zwei Räumen zu blockieren, also den Schallübertrag durch Wände, Decken oder Böden zu verhindern. Stellwände leisten das nicht. Sie sind kein Ersatz für bauliche Trennwände. Schallabsorption hingegen beschreibt die Fähigkeit eines Materials, Schallwellen aufzunehmen, anstatt sie zu reflektieren. Genau hier setzen Akustik-Stellwände an. Materialien wie Polyestervlies, Steinwolle oder schallabsorbierende Stoffe nehmen einen Teil der Schallenergie auf, bevor sie sich im Raum ausbreiten kann. Das Ergebnis ist ein spürbar ruhigeres Raumklima mit weniger Nachhall, klarerer Sprachverständlichkeit und reduzierten Hintergrundgeräuschen. Wer Stellwände mit realistischen Erwartungen einsetzt, wird von ihrer Wirkung überzeugt sein. Wer vollständige akustische Isolation erwartet, wird enttäuscht werden.
Die wichtigsten Stellwand-Typen im Überblick
Nicht jede Stellwand ist für jeden Einsatzbereich geeignet. Unterschiede zeigen sich vor allem in Höhe, Mobilität und akustischer Wirkung. Auf dem Markt haben sich vier Typen etabliert, die sich in Funktion, Flexibilität und Einsatzort unterscheiden. Einen Überblick über unsere konkreten Lösungen finden Sie auf unserer Seite zu Trennwänden und Stellwänden.
Freistehende Akustik-Stellwand
Die freistehende Akustik-Stellwand ist die klassische Lösung für Open-Space-Flächen. Sie steht eigenständig im Raum, ist in verschiedenen Höhen von 120 bis 200 Zentimetern erhältlich und kann je nach Modell mit oder ohne Standrollen geliefert werden. Ihr Kernmaterial, häufig Steinwolle oder recyceltes Polyester, absorbiert Schallwellen effektiv. Sie eignet sich besonders gut zur Zonierung größerer Büroflächen.
Tischtrennwand
Die Tischtrennwand wird direkt am Schreibtisch montiert oder aufgestellt. Sie bietet Sichtschutz und reduziert Schall aus der unmittelbaren Arbeitsumgebung. Besonders in Büros, in denen sich Mitarbeitende gegenübersitzen, schafft sie eine konzentriertere Atmosphäre und mehr Privatsphäre am Einzelarbeitsplatz.
Mobile Stellwand auf Rollen
Mobile Stellwände sind mit Rollen ausgestattet und lassen sich innerhalb von Minuten neu positionieren. Sie sind ideal für Büros mit wechselnden Teamkonstellationen oder flexiblen Flächenkonzepten. Eine mobile Stellwand kann tagsüber als Raumteiler dienen und bei Bedarf zur Seite geschoben werden.
Whiteboard-Stellwand
Die Whiteboard-Stellwand kombiniert Schallschutz mit einer beschreibbaren Arbeitsfläche. Eine Seite absorbiert Schall, die andere dient als Whiteboard. Dieser Typ eignet sich besonders für Kreativ- und Projektbereiche sowie für informelle Meetingzonen, in denen Visualisierung und Zusammenarbeit gefragt sind.
Wo Stellwände im Büro am meisten bringen
Die Wirkung einer Stellwand hängt weniger vom Produkt als von der richtigen Platzierung ab. Im Rahmen einer durchdachten Büroplanung entfalten Stellwände ihr volles Potenzial, wenn sie gezielt zwischen Schallquelle und Arbeitsplatz positioniert werden, nicht nur dekorativ verteilt.
Fokuszone und Einzelarbeitsplätze: Hier empfiehlt sich die Kombination aus Tischtrennwand und freistehenden Elementen seitlich der Arbeitsplätze. So wird sowohl visuelle als auch akustische Ablenkung reduziert. Der Effekt ist besonders dann spürbar, wenn mehrere Stellwände zusammenwirken.
Call- und Telefonbereiche: In Bereichen mit hohem Telefonaufkommen entstehen Lärm und Privatsphäre-Probleme gleichzeitig. Mobile Stellwände auf Rollen lassen sich hier flexibel einsetzen, um temporäre Ruhezonen zu schaffen, die sich bei Bedarf wieder öffnen lassen.
Open-Space-Flächen: In großen, offenen Bürolandschaften sorgen freistehende Akustik-Stellwände für eine klare Zonenstruktur. Sie gliedern den Raum ohne feste Wände, schaffen aber dennoch eine spürbare akustische und visuelle Trennung zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen.
Besprechungs- und Projektecken: Wer spontane Meetingzonen ohne feste Konferenzräume einrichten möchte, kombiniert mobile Stellwände mit Whiteboard-Elementen. So entsteht eine funktionale Arbeitsinsel, die sich flexibel auf- und abbauen lässt.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Wer Stellwände für sein Büro plant, sollte einige Entscheidungskriterien im Blick behalten. Raumgröße und Anzahl der Arbeitsplätze bestimmen maßgeblich, wie viele Elemente benötigt werden und welche Höhe sinnvoll ist. In großen Open-Space-Flächen reichen vereinzelte Stellwände oft nicht aus, um eine spürbare Verbesserung zu erzielen. Schallabsorptionsklasse ist ein technisches Kriterium, das häufig übersehen wird. Akustikprodukte werden in den Klassen A bis E eingestuft, wobei A die höchste Absorptionsleistung bedeutet. Für Büroumgebungen empfehlen sich Produkte der Klasse A oder B. Material und Bezug beeinflussen sowohl die Akustikleistung als auch die Optik. Stoffbezüge und Filz absorbieren Schall effektiver als Hartschalen. Gleichzeitig lassen sich moderne Textilbezüge gut in bestehende Bürokonzepte integrieren. Mobilität ist ein wichtiges Kriterium für flexible Büros. Wer Flächen regelmäßig neu bespielt, profitiert von Rollen und leichten Konstruktionen. Wer dauerhaft feste Zonen definieren möchte, kann auf standfeste, schwerere Modelle setzen. Design und Farbgestaltung sollten nicht unterschätzt werden. Stellwände sind sichtbare Elemente im Büroalltag. Farb- und Materialwahl wirken auf das Raumgefühl und sollten zum Gesamtkonzept passen. Kombinierbarkeit mit anderen Akustikmaßnahmen erhöht die Gesamtwirkung. Stellwände arbeiten am besten im Zusammenspiel mit Deckenabsorbern, Wandpaneelen und schallschluckenden Bodenbelägen.
Unser Fazit
Stellwände sind kein Allheilmittel gegen Bürolärm, aber ein wirkungsvolles und flexibles Werkzeug, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Sie reduzieren Nachhall, schaffen visuelle Zonen und verbessern das Raumklima spürbar, ohne dass bauliche Eingriffe nötig sind. Entscheidend ist dabei nicht nur das Produkt selbst, sondern das Zusammenspiel aus richtiger Positionierung, Materialwahl und Einbindung in ein durchdachtes Raumkonzept. Wer Stellwände nicht als Einzelkauf, sondern als Teil einer ganzheitlichen Bürogestaltung betrachten möchte, profitiert von professioneller Planung.
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Fragen und Antworten
Eine Stellwand steht frei im Raum und lässt sich flexibel positionieren. Eine Trennwand ist häufig festmontiert oder raumhoch und dient der dauerhaften Raumteilung. Akustisch wirksame Stellwände absorbieren Schall, ersetzen aber keine schalldämmenden Trennwände.
Das hängt von Raumgröße, Deckenhöhe und Nutzung ab. Als Orientierung gilt: Eine spürbare akustische Verbesserung entsteht erst dann, wenn ausreichend absorbierende Fläche im Raum vorhanden ist. Wir beraten Sie gerne zu konkreten Empfehlungen für Ihre Räumlichkeiten.
Für Büros empfehlen sich Produkte der Schallabsorptionsklasse A oder B nach DIN EN ISO 11654. Klasse A bedeutet die höchste Absorptionsleistung und ist besonders für stark belastete Bereiche wie Callcenter oder offene Projektzonen geeignet.
Ja. Nicht jede Stellwand verfügt über eine nennenswerte Schallabsorption. Wer ausschließlich Sichtschutz benötigt, kann auf günstigere Modelle zurückgreifen. Wer beides möchte, sollte auf den Schallabsorptionswert und die verwendeten Materialien achten.
Ja, das ist einer der größten Vorteile. Stellwände erfordern keine baulichen Maßnahmen und lassen sich schnell aufstellen und bei Bedarf wieder umpositionieren. Sie eignen sich daher besonders gut für Büros, die ihre Raumstruktur schrittweise verbessern möchten.